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Warum haben die Nationalsozalisten die Juden ermordet? - Noch eine Theorie

Die Ermordung der europäischen Juden gehört zu den größten Verbrechen, welche deutsche Nationalsozialisten verübt haben. An der moralischen Aufarbeitung leidet immer noch das gesamte deutsche Volk. Es gibt eine Reihe von Theorien, die erklären sollen, warum dieses geschehen ist. Da wird angeführt, dass Hitler persönlich einen großen Hass auf Juden hatte und dieses politisch umsetzen konnte. Eine weitere Theorie besteht darin, dass die Nationalsozialisten durch die Aneignung des Vermögens der Juden ihre Patei und den Krieg finanzieren konnten. Das alles reicht meines Erachtens nicht aus, um diese Ungeheuerlichkeit zu begründen. Die Juden waren in Deutschland keineswegs fremd. Sie lebten seit vielen Jahrhunderten als Teil des deutschen Volkes. Viele von ihnen dachten sehr national und nahmen auch freiwillig an deutschen Kriegen als Soldaten teil. Jüdische Schriftsteller hatten einen großen Anteil am Aufstieg der deutschen Sprache zu einer hervorragenden Kultursprache. Jüdische Wissenschaftler haben von Deutschland aus exzellente Arbeiten geleistet. Ein erheblicher Teil der deutschen Kultur wurde von Kulturschaffenden jüdischen Glaubens getragen. Dieses alles für fremd zu erklären, war schon eine absurde Sache. Natürlich hatten Juden ihre eigenen religiösen Gebräuche. Aber davon gab es sehr viele in Deutschland. Genauso gut hätte man Anhänger von Freikirchen, von Studentenbünden, von anderen Interessengemeinschaften für fremd erklären können. Nein - ich glaube es war etwas anderes.

Ich habe mir Gedanken gemacht, wie man ein Volk gleich schalten und lenken kann, um es einem Diktator gefügig zu machen. Dazu sind vor allem zwei Dinge notwendig:
1. die einseitige Indokrination durch Medien wie Zeitungen und Rundfunk.
2. Die Isolierung der Bevölkerung von internationalen Kontakten.

Die konsequente Nutzung der Medien für die Propaganda geschah im Dritten Reich in einer Weise, wie sie bis dahin noch nie ausgeübt wurde. Die völlige Beherrschung aller Zeitungen und des Rundfunks und die permanente Indoktrination führte nach wenigen Jahren bei den meisten Menschen zu einer Bewusstseinsveränderung, die ein anderes Denken kaum noch zuließ. Es gibt inzwischen genug Experimente zeigen, dass Menschen in der Isolation bei einseitiger Informationsdarbietung ihr Denken und ihr Bewusstsein verändern. Dieses geschieht auch bei intelligenten Personen. Es ist eher so, dass einfach strukturierte Menschen weniger stark manipulierbar sind als hoch intelligente.

Internationale Kontakte bedrohen jeden Diktator, denn der Vergleich mit anderen Ländern ist ein wirksames Korrektiv gegen Entgleisungen. Jedes Land mit internationalen Kontakten wird von Ausländern beurteilt. Diese Beurteilungen werden der eigenen Bevölkerung mitgeteilt. Das gibt die Möglichkeit, Fehlentwicklungen zu erkennen und zu korrigieren. Auch schaffen internationale Kontakte Menschen, die bedroht sind, die Möglichkeit, in ein anderes Land auszuweichen und von dort ihre Rechte zu verteidigen.

Hier nun wurden die Juden zur Bedrohung für den Nationalsozialismus. Die Juden hatten traditionell in großer Zahl internationale Beziehungen. Dieses machten sie für die Nationalsozialisten gefährlich. Im ersten Schritt entfernten die Nationalsozialisten alle Juden aus öffentlichen Ämtern, um zu verhindern, dass sie die einseitige nationalsozialistische Propaganda durch ihre internationalen Erkenntnisse korrigieren könnten. Im zweiten Schritt folgte eine öffentliche Kampagne, welche die Juden als fremdartig diffamierte. Viele Deutsche jüdischen Glaubens haben dies leider als vorübergehende Zeiterscheinung angesehen. Sie waren ja Deutsche, Deutsche jüdischen Glaubens! Warum sollten sie weichen?

Das einzig tröstliche ist, dass die Nationalsozialisten ihre Weltmachtpläne nicht erreichen konnten. Tragisch ist, dass niemand die Verbrechen vorher hat stoppen können. Den meisten Deutschen, Europäern und Amerikanern musste bereits Ende der Dreißigerjahre klar sein, dass die Nationalsozialisten Deutschland und die Juden in die Katastrophe führen würden. Hätte man sie damals gestoppt, so hätten die meisten getöteten Juden und Millionen von Soldaten und Zivilisten überlebt. Aber Erich Kästner hat einmal gesagt: "Eine Lawine bleibt nicht auf halber Strecke stehen." Wir - die Nachgeborenen - müssen mit dieser Schuld leben.

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