| zurück Home | Quecksilber | |||||
| allgemeines | LD50 bei oraler Aufnahme: 25-50 mg / kg KG | Jährlich gelangen ca. 1000 t Hg ins Meer | ||||
| Vorkommen | Hg-Gas: In Räumen mit unverschlossenem metallischen Quecksilber, wird über die Lunge aufgenommen. | Wildpilze: Riesenbovist 9 mg/kg Hg | Hg-Thermometer(herstellung) | Saatbeize, Fungizide: organische Quecksilberverbindungen. | ||
| HgMe2, Dimethyl-Quecksilber | Hautresorption sehr effektiv! | Üblichen Handschuhe haben gegenüber HgMe2 keine Schutzwirkung. | unpolare Stoff. Wird nur schlecht über die Nieren ausgeschieden. | |||
| Monomethyl-Quecksilber | Bildet sich in der Natur durch Biomethylierung | Reichert sich in der Nahrungskette an. | HgMe2 wird er zu Monomethylquecksilber metabolisiert. | Überwindet die Blut-Hirn-Schranke. | ||
| Intoxikation | orale Aufnahme von reinem metallischen Quecksilber: kaum resorbiert, schwache Toxizität. | organischen Quecksilberverbindungen: gute Lipidlöslichkeit. Sehr gute Aufname im Gastrointestinaltrakt und über die Haut. | orale Bioverfügbarkeit von organischen Quecksilberverbindungen: 50-100%. | |||
| akute Quecksilberintoxikation | Kopfschmerzen Übelkeit Erbrechen Schwindel | Nekrose der Nierentubuli: Polyurie -> Oligurie --> Anurie. | Nekrosen der Schleimhaut des Dünn- und Dickdarmes: blutige Durchfälle. | ZNS-Schädigung, Reizung der Atemwege | ||
| Therapie |
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| subakute Quecksilberintoxikation | verstärkten Speichelbildung | Stomatitis mercurialis | dunkler Saum: Einlagerung von Mercurisulfid. | Dermatitis mercurialis | Schädigungen von Darmes und Nieren. | |
| chronische Quecksilberintoxikation | 1 Jahr -> 50 µg/qm Quecksilberdampf | Stomatitis mercurialis | Neurologische Symptome | Kachexie, teratoge Wirkung | ||
| Stomatitis mercurialis: | Stomatitis mercurialis: Entzündungen und Ulzerationen der Schleimhäutet, vor allem des Zahnfleischs. | |||||
| Dermatitis mercurialis: | Ausscheidung von Quecksilber über die Schweißdrüsen. | |||||
| Neurologische Symptom | Prodromi: Mattigkeit Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. | Konzentrationsstörungen, Polyneuropathie, Schlaflosigkeit | Sehstörungen, Hörstörungen, Ataxie. | |||
| Erethismus mercurialis | Reizbarkeit | |||||
| Tremor mercurialis | Intentionstremor | |||||
| Psellismus mercurialis | Sprachstörungen, stotternde Sprache, Zischlauten verwaschen | |||||
| Minamata-Krankheit | Hg-Vergiftung in Japan | Chisso leitete seit den 1930er Jahren ihre Abwässer mit Methylquecksilber in die Bucht von Minimata. | Es starben 3000 Menschen, weitere 13 000 hatten chronische Quecksilbervergiftungen. | |||
| Mord | 2011 wurde in Hannover das Opfer mit einem vergifteten Regenbschirm ins Gesäß gestochen. | Sie starb nab 10 Monaten an einer Quecksilbervergiftung mit CH₃Hg+ | ||||
| Serumspiegel | Normwert: < 7,2 µg/l | Biologischer Grenzwert (BAT) für Alkyl-Hg-Verbindungen: 100 µg/l | Biologischer Grenzwert (BAT) für anorganische und organische Nicht-Alkyl-Hg-Verbindungen: 50 µg/l | |||
| Urin | Normwert: < 24,6 µg/l < 38,9 µg/g Kreatinin |
Biologischer Grenzwert (BAT): 200 µg/l | ||||
Teil von |
anorganische Gifte | Quecksilber (Chemie) | Toxikologie | Medizin | ||
| Quellen |
1.) Ducci M, Oetken M:
Quecksilber – mysteriös, praktisch, giftig
Spektrum der Wissenschaft 2024; 6:46-49 | |||||
Impressum Zuletzt geändert am 27.12.2025 20:21