zurück Home Quecksilber
allgemeines Tolerierbare wöchentliche Aufnahme von Methylquecksilber 1,3 µg/kg KG LD50 bei oraler Aufnahme: 25-50 mg / kg KG Jährlich gelangen ca. 1000 t Hg ins Meer
Vorkommen Hg-Gas: In Räumen mit unverschlossenem metallischen Quecksilber, wird über die Lunge aufgenommen. Wildpilze: Riesenbovist 9 mg/kg Hg Hg-Thermometer(herstellung) Saatbeize, Fungizide: organische Quecksilberverbindungen.
Hohe Belastung vor allem bei Raubfischen Schwertfisch: 0,5–1 mg/kg, z. T. > 2,0 mg/kg
Hai (Schillerlocke): 0,5–1,5 mg/kg
Thunfisch (artabhängig): Skipjack: 0,1–0,2 mg/kg, Gelbflossen: 0,2–0,5 mg/kg, Blauflossen: 0,5–1 mg/kg
Aal: 0,1–0,3 mg/kg, lokal deutlich höher möglich
Königsmakrele: 0,5–0,7 mg/kg
Mittlere Belastung (Räuber oder langlebigere Arten) Heilbutt: 0,05–0,25 mg/kg
Hecht, Zander, Barsch: 0,1–0,5 mg/kg (große Tiere teils höher)
Rotbarsch: 0,1–0,3 mg/kg
Seeteufel: 0,2–0,4 mg/kg
Niedrige Belastung (kurzlebige Arten) Forelle (v. a. Aquakultur): 0,01–0,05 mg/kg
Pangasius: 0,005–0,05 mg/kg
Hering: 0,02–0,1 mg/kg
Lachs (Zucht): 0,02–0,05 mg/kg
Alaska-Seelachs: 0,02–0,1 mg/kg
Atlantische Makrele: 0,02–0,1 mg/kg
Quellen: European Food Safety Authority, U.S. Food and Drug Administration, Bundesinstitut für Risikobewertung.
HgMe2, Dimethyl-Quecksilber Hautresorption sehr effektiv! Üblichen Handschuhe haben gegenüber HgMe2 keine Schutzwirkung. unpolare Stoff. Wird nur schlecht über die Nieren ausgeschieden.
Monomethyl-Quecksilber Bildet sich in der Natur durch Biomethylierung Reichert sich in der Nahrungskette an. HgMe2 wird er zu Monomethylquecksilber metabolisiert. Überwindet die Blut-Hirn-Schranke.
Intoxikation orale Aufnahme von reinem metallischen Quecksilber: kaum resorbiert, schwache Toxizität. organischen Quecksilberverbindungen: gute Lipidlöslichkeit. Sehr gute Aufname im Gastrointestinaltrakt und über die Haut. orale Bioverfügbarkeit von organischen Quecksilberverbindungen: 50-100%.
akute Quecksilberintoxikation Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel Nekrose der Nierentubuli: Polyurie -> Oligurie --> Anurie. Nekrosen der Schleimhaut des Dünn- und Dickdarmes: blutige Durchfälle. ZNS-Schädigung, Reizung der Atemwege
Therapie
  • Magenspülung
  • Aktivkohle
  • DMPS
  • eventuell in Kombination mit D-Penicillamin
subakute Quecksilberintoxikation verstärkten Speichelbildung Stomatitis mercurialis dunkler Saum: Einlagerung von Mercurisulfid. Dermatitis mercurialis Schädigungen von Darmes und Nieren.
chronische Quecksilberintoxikation 1 Jahr -> 50 µg/qm Quecksilberdampf Stomatitis mercurialis Neurologische Symptome Kachexie, teratoge Wirkung
Stomatitis mercurialis: Stomatitis mercurialis: Entzündungen und Ulzerationen der Schleimhäutet, vor allem des Zahnfleischs.
Dermatitis mercurialis: Ausscheidung von Quecksilber über die Schweißdrüsen.
Neurologische Symptom Prodromi: Mattigkeit Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Konzentrationsstörungen, Polyneuropathie, Schlaflosigkeit Sehstörungen, Hörstörungen, Ataxie.
Erethismus mercurialis Reizbarkeit
Tremor mercurialis Intentionstremor
Psellismus mercurialis Sprachstörungen, stotternde Sprache, Zischlauten verwaschen
Minamata-Krankheit Hg-Vergiftung in Japan Chisso leitete seit den 1930er Jahren ihre Abwässer mit Methylquecksilber in die Bucht von Minimata. Es starben 3000 Menschen, weitere 13 000 hatten chronische Quecksilbervergiftungen.
Mord 2011 wurde in Hannover das Opfer mit einem vergifteten Regenschirm ins Gesäß gestochen. Sie starb nach 10 Monaten an einer Quecksilbervergiftung mit CH₃Hg+
Serumspiegel Normwert: < 7,2 µg/l Biologischer Grenzwert (BAT) für Alkyl-Hg-Verbindungen: 100 µg/l Biologischer Grenzwert (BAT) für anorganische und organische Nicht-Alkyl-Hg-Verbindungen: 50 µg/l
Urin Normwert: < 24,6 µg/l
< 38,9 µg/g Kreatinin
Biologischer Grenzwert (BAT): 200 µg/l

Teil von

anorganische Gifte Quecksilber (Chemie) Toxikologie Medizin
Quellen 1.) Ducci M, Oetken M:
Quecksilber – mysteriös, praktisch, giftig
Spektrum der Wissenschaft 2024; 6:46-49


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