zurück Home Sexuelle Identitätsstörungen
allgemeines
  • m: männlich
  • w: weiblich
  • d: divers
  • i: inter
  • gn: geschlechtsneutral
  • x: nicht näher spezifiziertes Geschlecht.
Bei der Befruchtung der Eizelle kann das Spermium des Mannes entweder ein X- oder ein Y-Chromosom in das kindliche Genom einbringen. Im Normalfall stimmen das biologische Geschlecht und die Geschlechtsidentifikation überein. Das bedeutet, dass biologisch männliche Menschen sich auch als männlich empfinden und biologisch weibliche Mensche sich als weiblich empfinden.
Sexuelle Differenzierung Die normale biologische Geschlechtsdifferenzierung wird durch das Sry - Gen auf dem Y-Chromosom bestimmt. Das Sry-Gen aktiviert bei Männern Sox9. Bei Frauen suprimiert Foxl2 das Sox9 - Gen.
Sexuelle Störungen Die Ausprägung des biologischen Geschlechts kann somatisch gestört sein: Intersexualität, AGS. Bei normaler somatischer Geschlechtsentwicklung kann ... das Sexualverhalten verändert sein: Homosexualität, Pädophilie, Sodomie
 das Gefühl der Geschlechtszugehörigkeit verändert sein: Transvestit, Transsexuelle
das geschlechtstypische Verhalten verändert sein.: Travestie, Dragqueen
Epidemiologie 2017 wurde 2524 Deutsche ab 14 Jahren wurden per Fragebogen befragt(4). Frauen
  • 11% nie Sex
  • 86% heterosexuell
  • 48% hatten orale Befriedigung
  • 5% hatte homosexuelle Kontakte
  • 1% homosexuell
Männer
  • 12% nie Sex
  • 82% heterosexuell
  • 56% hatten orale Befriedigung
  • 8% hatte homosexuelle Kontakte
  • 1 % homosexuell
LGBT Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender
Intersexualität Hermaphroditismus verus: sowohl ovarielles als auch testikuläres Gewebe nachweisbar.
Pseudohermaphroditismus: Gonaden und Phaenotyp stimmen nicht überein. Pseudohermaphroditismus masculinus: testikuläre Feminisierung
Pseudohermaphroditismus femininus: adrenogenitales Syndrom
Transgeschlechtlichkeit Entwicklung einer anderen Geschlechtsidentität im Laufe des Lebens. Kann im frühen Kindesalter, als Jugendlicher oder als Erwachsener erfolgen.
AGS adrenogenitales Syndrom Virilisierung des äußeren Genitale weiblicher Foeten mit weiblichem inneren Genitale.
Sexuelle Identitätsstörungen Das eigene anatomische Geschlecht wird objektiv wahrgenommen, aber als fremd empfunden.
Geschlechts - Inkongruenz Abweichung der Geschlechtsidentität von den vorherrschenden kulturellen Normen.
Gender-Dysphorie Leidensdruck durch die Abweichung der Geschlechtsidentität.
Homosexualität Streben sexuelle Beziehungen mit dem gleichen Geschlecht an. MSM: Men sex with men
Transvestitismus Bekleidung eines anderen Geschlechts, unabhängig von der sexuellen Orientierung. Frauen in Männerkleidung und Männer in Frauenkleidung.
Travestie-Künstler Ein Mann, der in verschiedene Frauenrollen schlüpft und auch prominente Frauen imitiert oder parodiert.
Dragqueen Drag: dressed as a girl Ein Mann, der in künstlerischer oder humoristischer Absicht durch Aussehen und Verhalten eine Frau darstellt.
Eine Dragqueen hat eine feste Rolle mit eigenem „Drag-Namen“.
Dragking Eine Frau, die einen Mann darstellt.
Transsexuelle Wünschen eine anatomische Geschlechtsveränderung.
Agender Person, die ihre Geschlechtsidentität weder als männlich noch als weiblich definiert beziehungsweise keine Geschlechtsidentität besitzt.
Androgyn Kombination aus maskulinen und femininen Zügen oder eine nicht-traditionelle Genderausdrucksform.
Cisgender/Cis Personen, deren Geschlechtsidentität dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht.
Gender Begriff für die Geschlechtseigenschaften einer Person, die durch inneres Empfinden oder die Gesellschaft geprägt wurden. Im Deutschen auch: soziales Geschlecht. Wird vor allem in Abgrenzung zum biologischen Geschlecht verwendet.
Genderausdrucksform Äußere Merkmale, mit denen eine Person ihr Geschlecht ausdrückt (etwa Frisur, Kleidung, Schmuck, Makeup, Tonfall oder Körpersprache). Die Genderausdrucksform kann mit der Geschlechts identität einer Person übereinstimmen – oder nicht.
Gender-Dysphorie Medizinische Diagnose für Transmenschen nach dem DSM-5-Katalog der American Psychiatric Association („Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“, 5. Auflage).
Genderfluid Wenn die Geschlechtsidentität oder Ausdrucksform im Spektrum zwischen Mann/maskulin und Frau/feminin immer wieder neu verortet wird.
Genderqueer Begriff für eine nicht binäre Geschlechtsidentität, die weder männlich noch weiblich ist, sondern dazwischen oder jenseits davon liegt oder eine Kombination darstellt.
Geschlechterbinarität Darunter versteht man das allgemein vorherrschende Verständnis von Geschlecht als einer strikten Entweder-oder-Entscheidung zwischen Mann/maskulin und Frau/feminin, basierend auf dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht.
Geschlechtsangleichung Medizinische Maßnahmen wie Hormontherapien und Operationen, die den Körper einer Person an ihre Geschlechtsidentität anpassen.
Geschlechtsidentität Das tief empfundene innere Gefühl eines Menschen, das dessen geschlechtliche Verortung bestimmt.
Geschlechtskonform Wenn das Verhalten und das Geschlechtsempfinden mit den kulturellen und gesellschaftlichen Normen übereinstimmen, die von einer Person erwartet werden. Aber nicht alle Cis-Menschen verhalten sich geschlechtskonform und nicht alle Transmenschen nichtgeschlechtskonform.
Geschlechtsneutral Beschreibt ein Objekt oder eine Einrichtung, die nicht nur einem bestimmten Geschlecht zugeschrieben wird: zum Beispiel ein androgynes Kleidungsstück oder eine für alle zugängliche Toilette.
Geschlechtsvariant Wenn das Verhalten und die Genderausdrucksform nicht mit den Normen übereinstimmen, die von einer Person erwartet werden. Das gilt insbesondere für Jungen oder Männer, die als „nicht männlich genug“ oder feminin gelten, beziehungsweise für Mädchen oder Frauen, die nicht „weiblich genug“ oder maskulin erscheinen. Nicht alle Transmenschen sind geschlechtsvariant, und nicht alle geschlechtsvarianten Personen identifizieren sich als trans. Auch Cis-Menschen können geschlechtsvariant sein.
Intersexualität Tritt auf, wenn eine genetische, genitale, reproduktive oder hormonelle Prädisposition einen Körper hervorbringt, der nicht als eindeutig männlich oder weiblich zu kategorisieren ist.
LGBTQ Akronym für Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell, trans oder queer sind und/oder ihr Geschlecht hinterfragen. In Deutschland wird die Gruppe noch etwas weiter gefasst: LSBTTIQ (lesbisch, schwul, bisexuell, trans, transsexuell, intersexuell, queer).
Nicht binär Spektrum von Geschlechtsidentitäten und -ausdrucksformen jenseits von Mann/Frau. Dazu gehören auch Personen, die sich als agender, bigender, queer, genderqueer oder genderfluid identifizieren.
Pubertätsblocker Hormonpräparate, die bei Jugendlichen, die an ihrer Geschlechtsidentität zweifeln, die körperliche Entwicklung hemmen (Bartwuchs, Stimmbruch, Brustwachstum). Den Betroffenen soll so mehr Zeit gegeben werden, um über die Notwendigkeit einer Geschlechtsangleichung nachzudenken.
Queer Bezeichnet Menschen, die nicht heterosexuell und/oder cis sind.
Sexuelle Orientierung Bezeichnet ein Muster emotionaler, romantischer und/oder sexueller Anziehung zu anderen Menschen. Die sexuelle Orientierung beschreibt Gefühle und Handlungen im Bezug auf andere Personen, während die Geschlechtsidentität ein tief empfundenes Gefühl des Selbst zum Ausdruck bringt.
Soziale Transition Beschreibt den Prozess, durch den ein Transmensch sein Leben gemäß der Geschlechtsidentität gestaltet. Dazu gehört häufig, dass er andere bittet, einen Namen und ein Pronomen zu verwenden, welche seiner Geschlechtsidentität entsprechen.
Transgender/Trans Eine Person, deren Geschlechtsidentität nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht. Im Deutschen spricht man auch von Transfrau/Transmann, oder man gebraucht die Adjektive trans/trans* als Oberbegriff für trans gender, transsexuell und transgeschlechtlich.
Transsexualität Ein älterer Begriff, der auf den Sexualforscher Magnus Hirschfeld (1868–1935) zurückgeht und in Deutschland noch immer als Diagnose verwendet wird. Das Konzept wird kritisiert, weil es auf dem binären Geschlechtsbild basiert. Als Identitätsbezeichnung hat sich Transgender/trans durchgesetzt.
Zugewiesenes Geschlecht Bestimmung des Geschlechts eines Neugeborenen primär aufgrund der visuellen Beurteilung der Genitalien bei der Geburt.
Quellen 1.) TransInterQueer: soziales Zentrum und ein politisch, kulturell und im Forschungsbereich. Setzt sich für trans-, intergeschlechtliche und queer lebende Menschen ein.

2.) Trans-Inter-Aktiv in Mitteldeutschland

3.) Green ER:
The Teaching Transgender Toolkit
Center for Sex Education, 2015
ISBN: 978-0-9966783-0-8

4.) Haversath J, Gärttner KM, Kliem S, Vasterling I, Strauss B, Kröger C:
Sexual behavior in Germany—results of a representative survey.
Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 544–50.
DOI: 10.3238/arztebl.2017.0545

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