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Strahlentherapie benigner Erkrankungen
allgemeines Die Bestrahlung gutartiger Prozesse war in den westeuropäischen Ländern weitgehend verlassen worden, weil man der Meinung war, die Erkrankungen mit Medikamenten besser und ohne Strahlenrisiko behandeln zu können. Inzwischen hat sich gezeigt, dass die Alternative: jahrelange Medikamenteneinnahmen, nicht ohne Folgen bleiben. Die theoretischen Strahlenspätfolgen sind so selten, dass sie für die Therapieentscheidung keine große Rolle spielen.
Schmerzbestrahlung Tennisellenbogen Das Bild zeigt ein Narbenkeloid an der Brustbeinspitze.
Schulterschmerz
Fersensporn
Trigeminusneuralgie
Entzündungsbestrahlung Schweißdrüsenabszess
Antiproferative RT
Narbenkeloid
Exophthalmus
Gynäkomastie - Prophylaxe
Ossifikations - Prophylaxe
Induratio penis plastica
Pterygium
Morbus Dupuytren
Morbus Ledderhose
Urethralstenose (2,3)
Gallengangsstenose
Ateriosklerose nach Stent (4)
Gorham - Stout massive Osteolyse, vanishing oder disappearing bone disease
Strahlenkastration Zur Ausschaltung der Ovarien
Acromegalie Entsteht durch hGH-produzierende Hypophysenadenome. Mit einer Strahlentherapie konnte in 80% eine Schrumpfung des Adenoms erreicht werden(6). SRS: 1x 20Gy im Isozentrum, PTV 80%. SRT: 54Gy, ED 1,8-2Gy (6).
AMD Altersbedingte Makula-Degeneration. Häufiger Grund für Erblindung im Alter. Ergebnisse der perkutanen Bestrahlung enttäuschend. Z.Z. Versuche mit einer Brachytherapie: das Vidion Anti-Neovascular" System besteht aus einem Strontium-90-Applikator. Dosierung 24 Gy.
Speichelfluß Bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS) besteht oft ein bedrohlicher Speichelfluss. Durch Aspiration von Speichel kommt es zur lebensbedrohlichen Pneumonie. Durch eine Bestrahlung der Speicheldrüsen kann der Speichelfluss vermindert werden. In einer französischen Studie wurden bei 50 Patienten die Submandibulären und 2/3 der Parotiden bestrahlt. Bei 46 Patienten normalisierte sich der Speichelfluss(4).
ventrikulären Tachykardie Experimentelles Verfahren (7). Eine ventrikulären Tachykardie wurde mit einem ICD ausgelöst. Das Zielvolumen(ZV) wurde mit einem 256-Elektroden-EKG, MRT und SPECT bestimmt.
ZV war die Triggerzone, welche die VES auslöste. ZV von 17–81 ml wurde mit schnellen Elektronen stereotaktisch mit 25Gy bestrahlt.
Quellen 1.) Seegenschmiedt MH, et al.:
Radiotherapy for non-malignant disorders: Contemporary concepts and clinical results.
Springer 2007

2.) Kröpfl D, et al.:
endoluminale Brachytherapie zur Vorbeugung von rezidivierenden Strikturen nach Urethrotomia interna.
Urologe A 43(2004):1254-61

3.) Sun YH, et al.:
Intraurethral brachytherapie for prevention of recurrent urethral stricture after internal urethrotomy or transurethral restriction of scar.
J Endourol 15(2001):589-861

4.) Assouline A1, et al.:
Radiation therapy for hypersalivation: a prospective study in 50 amyotrophic lateral sclerosis patients.
Int J Radiat Oncol Biol Phys 88(2014):589-95. doi: 10.1016/j.ijrobp.2013.11.230

5.) Waksman R, Cheneau E, Ajani AE et al.:
Intracoronary radiation therapy improves the clinical and angiographic outcomes of diffuse in-stent restenotic lesions: results of the Washington Radiation for In-Stent Restenosis Trial for Long Lesions (Long WRIST) Studies.
Circulation 107(2003): 1744–1749

6.) Patrick Boström JP, et al.:
Treatment of acromegaly patients with risk-adapted single or fractionated stereotactic high-precision radiotherapy High local control and low toxicity in a pooled series.
Strahlenther Onkol 2015;191:477–485. DOI 10.1007/s00066-014-0802-2

7.) Cuculich PS, Schill MR, Kashani R, et al.:
Noninvasive cardiac radiation for ablation of ventricular tachycardia.
N Engl J Med 2017; 377: 2325–36.

Impressum                           Zuletzt geändert am 10.08.2016 13:23